Am kommenden Sonntag (03.06.07) widmet sich der europäische Kulturkanal arte erneut dem Thema »Napoleon und seine Schlachten«.
Mit der Schlacht von Austerlitz am 02.12.1805 erreichte Kaiser
Napoleon I. den Gipfel seiner Macht und knapp 10 Jahre später - am 18.06.1815 - besiegelte die Schlacht von Waterloo seinen endgültigen Untergang.
Das Jahrzehnt zwischen 1805 und 1815 war für den Strategen
Napoleon von herausragender Bedeutung. 1805 trug er in der Schlacht von Austerlitz, die später »Dreikaiserschlacht« genannt wurde, einen glanzvollen Sieg davon. 1815 war das Jahr seiner größten militärischen Niederlage in Waterloo, die
Napoleon das nahende Ende seiner Herrschaft bewusst machte. Beiden großen Schlachten widmet arte einen Themenabend mit dem Historienfilm »Waterloo« des russisch-ukrainischen Regisseurs Sergej Bondartschuk und dem Dokumentarfilm »Austerlitz, Napoleons langer Marsch zum Sieg« von Jean-François Delassus.
Der Themenabend beginnt um 20:40 Uhr mit der Ausstrahlung des Historienfilms »Waterloo« und um 22:55 Uhr wird der Dokumentarfilm »Austerlitz, Napoléons langer Marsch zum Sieg« ausgestrahlt.
Waterloo
Die Schlacht von Waterloo gegen die vereinigten Heere des britischen Militärführers
Wellington und des preußischen Feldmarschalls
Blücher besiegelte
Napoleons Untergang. Der russisch-ukrainische Regisseur Sergej Bondartschuk setzte das Geschehen in einem aufwändigen Historienfilm in Szene.
April 1814. Der französische Marschall
Ney drängt
Napoleon zur Abdankung. Nach anfänglicher Weigerung willigt der französische Kaiser schließlich ein und begibt sich ins Exil auf die Mittelmeerinsel Elba. Doch bereits elf Monate später kehrt er zurück.
Ney verspricht
Ludwig XVIII.,
Napoleon in einem Eisenkäfig in die Verbannung zurückzubefördern. Seine Soldaten jedoch schließen sich den immer zahlreicheren Partisanen
Napoleons an, und schließlich tritt auch Marschall
Ney wieder in den Dienst des Kaisers.
Ludwig XVIII. flieht nach Belgien. Die Rückkehr
Bonapartes beunruhigt die europäischen Monarchen. Sie bilden eine Koalition, die zu diesem Zeitpunkt jedoch nur die britisch-niederländischen Truppen unter dem Herzog
von Wellington und die mit ihnen verbündeten Preußen unter Generalfeldmarschall
von Blücher umfasst.
Napoleon stellt rasch eine fast 100.000 Mann starke Armee zusammen, um möglichst schnell anzugreifen. 20 Kilometer südlich von Brüssel, in Waterloo, findet am 18. Juni 1815 die entscheidende Schlacht statt. Wegen schlechter Witterung muss
Napoléon den Angriff verzögern. Erst gegen Mittag wird das Feuer eröffnet.
Neys Kavallerie scheitert an den unbezwingbaren Karrees von
Wellingtons Infanterie. Dennoch ist der Ausgang der Schlacht zu diesem Zeitpunkt unsicher, denn die Verständigung auf Koalitionsseite ist schlecht. Am späten Nachmittag erreicht
Blüchers Armee das Schlachtfeld.
Napoléon wartet seinerseits auf Marschall Grouchys Truppen, die aber nie eintreffen. Der Sieg der Koalitionstruppen steht unmittelbar bevor. Es wird Nacht in Waterloo.
Wellington reitet über das mit Verwundeten und Gefallenen übersäte Schlachtfeld.
Napoléon weiß, dass dies für ihn das Ende bedeutet.
Austerlitz, Napoleons langer Marsch zum Sieg
Austerlitz war
Napoléons perfekter Sieg. Die Schlacht gilt hinsichtlich der Strategie und Taktik als Modell und unübertroffenes Meisterstück der Kriegskunst. Nachdem Kaiser
Napoléon im August 1805 seinen Plan aufgegeben hat, England zu überfallen, schickt er seine Grande Armée auf einen dreimonatigen, 1.500 Kilometer langen Marsch in Richtung Südosten. Anhand einer detailgetreuen Rekonstruktion der Schlacht geht der Dokumentarfilm der Frage nach, wie es
Napoléon gelang, die gegnerische Koalition zu besiegen, die mit frischen und zahlenmäßig überlegenen Truppen gegen ihn aufmarschiert war.
Im August 1805 bereitet
Napoléon bei Boulogne mit seiner über 200.000 Mann starken Armee die Invasion Englands vor. Doch aufgrund der Überlegenheit der englischen Marine, die den Ärmelkanal vor der nordostfranzösischen Küste kontrolliert, erweist sich die Operation als zu gefährlich. Als
Napoléon erfährt, dass die Engländer eine Allianz Russlands und Österreichs gegen ihn betreiben, befiehlt er seinen Truppen die Umkehr.
Dank des schnellen Vormarschs seiner Soldaten kreist
Napoléon den Gegner ein und zwingt die österreichische Armee bei Ulm, die Waffen zu strecken. Dann verfolgt er die russischen Truppen, die sich auf dem Rückzug befinden. Das militärische Geschick
Napoléons besteht vor allem darin, dass er die Russen zum Kampf auf einem von ihm gewählten Schlachtfeld zwingt: auf den Höhen von Pratzen über dem Dorf Austerlitz. Um dies zu erreichen, untergliedert er seine Truppen in mehrere Corps, die sich an verschiedenen Orten befinden, so dass der unerfahrene Zar
Alexander I. den Eindruck gewinnt,
Napoléons Armee sei zahlenmäßig unterlegen.
Am Vorabend der Schlacht lässt
Napoléon seine Truppen schnell anmarschieren. Während des gesamten Verlaufs der Schlacht, die in allen Militärakademien als Musterbeispiel gilt, gelingt es dem französischen Kaiser, aus jedem einzelnen Fehler des Gegners Gewinn zu ziehen, bis er ihm schließlich mit dem vernichtenden Schlag entgegnete. Auf französischer Seite sind nur geringe Verluste zu beklagen.
Während die Seeschlacht von Trafalgar kurz zuvor die Herrschaft der Engländer über die Meere besiegelte, brachte Austerlitz keine Entscheidung. Auf dem Kontinent mussten immer wieder neue Schlachten geschlagen werden. Doch ein solch perfekter Sieg wie in Austerlitz lässt sich nicht wiederholen, sondern kann, wie die Geschichte zeigt, auch ein Meilenstein auf dem Weg zum endgültigen Untergang sein.
Veranstaltungsinformation:
arte einen Themenabend»Napoleon und seine Schlachten«
Sonntag, den 03.06.2007 | 20:40 Uhr